Donnerstag, 22. Mai 2014

Assistant Professor in Comparative Indo-European Linguistics

This is a bit different than normal: Job advertisement for an Assistant Professor in Comparative Indo-European Linguistics at Leiden University!
Important: You have to apply for this Job withing 18 days!
"The position is for 0.5 fte as Assistant Professor (Universitair Docent 2), for two years, with the possibility of another three years. Contingent upon performance, this tenure-track position may lead to a permanent position. The appointment will proceed in accordance with the Collective Labour Agreement of Dutch Universities (CAO Nederlandse Universiteiten)."

The link to the application site is: Assistant Professor in Comparative Indo-European Linguistics

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Montag, 12. Mai 2014

Eine vergessene Etymologie: ahd. mâsa f. 'Narbe, Wundmal'



Ahd. mâsa f. n‑St. ‚Narbe, Wundmal; cicatrix, nota, stigma‘, das seit dem Ende des 8. Jh.s in Gl. und M bezeugt ist, gilt heutzutage als etymologielos (vgl. etwa Kluge²¹ 464f. [s.v. Maser]; Pfeifer, Et. Wb.² [s.v. Maser]; Kroonen, Et. dict. of Pgm. 366f.; Et. wb. Ndl. Ke-R 320 [s.v. mazelen). Das ahd. Wort, fortgesetzt in mhd. mâse sw.f. ‚Wundmal, Narbe‘, frühnhd. mas f. ‚Fleck, Narbe, Wundmal, Strieme, Schandfleck, Makel, Schuld, Verfehlung des Menschen‘, nhd. dial. schweiz. mās f., m. ‚Fleck, Makel‘, elsäss. mase f. ‚Mal, blauer Fleck auf der Haut, nach einem gewaltsamen Stoss oder Druck, Flecken auf Obst, besonders durch das Fallen hervorgerufen‘, schwäb. mase f. ‚Schmutzfleck, (Mutter)Mal‘, bair. mâsen f. ‚Mahl, Narbe an der Haut‘, kärnt. måse f. ‚Narbe‘, tirol. mâse f. ‚Mahl, Narbe‘, pfälz. +mase f. ‚Wundmal, Fleck, Narbe‘, hat nur in einigen westgerm. Sprachen Verwandte: mndd. māse f. ‚Hautfleck, Wund‑, Krankheitsnarbe‘ (daraus entlehnt: frühne. mase Hautfleck‘, ndän. mase ‚Hautfleck, maseriger Teil am Baum‘); frühnndl. (Kiliaen) mase (neben mit unetymologischer Schreibung ma[e]sche) ‚Fleck, Makel‘, nndl. maas‑ (in maashout, maashornboom ‚Ahorn‘), dial. maese ‚Fleck‘: < urgerm. *mēsōn‑ f. 

Als Ableitungen eines hierherzustellenden, ablautenden Stamms urgerm. *mas‑ gehören ahd. masala ‚schwärende Wunde, eitrige Schwellung, Krampfader‘ und masar ‚Auswuchs, Knorren, Beule, Geschwulst‘ (samt den Entsprechungen in den anderen germ. Sprachen) hierher (dagegen ist der bei Kroonen, Et. dict. of Pgm. 366 angezeigte Ansatz urgerm. *mēslō‑ eher zu streichen). 

In der Literatur werden als verwandte Formen teils folgende Wörter angeführt: mhd., mndd. mūse f. ‚Wunde, Fleck‘, die auf eine Ablautstufe urgerm. *mōs‑ beruhen würden; jedoch lassen sich diese nicht weiter abstützen, da sie in den mhd. und mndd. Wörterbüchern nicht aufgelistet sind (afries. mōs‑ [in mōsdolch ‚Quetschwunde‘] ist jedenfalls sicher nicht mit dieser Sippe zu verbinden, da es etymologisch zu ahd. muos ‚Essen, Brei‘ gehört; vgl. Griepentrog 1995: 308). Daher braucht das Wort wegen eines Ablauts urgerm. *‑a‑ : *‑ē‑ : *‑ō‑ nicht als Substratwort angesehen zu werden (so D. Boutkan, in: ABäG 52 [1999], 18). 

Urgerm. *mēsōn‑ hat ebenso wie die ablautende Form urgerm. *mas‑ keine Entsprechungen in den anderen idg. Sprachen. Theoretisch lassen sie sich auf eine Wz. uridg. *meh1s‑, ablautend *mh1s‑ (mit analogischer Resyllabifizierung anstelle von *h1s‑) ‚Schwiele, Beule‘ zurückführen.
In der älteren etymologischen Literatur (vgl. u.a.Walde-Hofmann, Lat. et. Wb. 2, 5f.) wurden die germ. Wörter als s-mobile Variante zur Verbalwz. [jetzt, vgl. LIV² 568] uridg. *smeh1‑ ‚streichen, reiben‘ gestellt, die u.a. in gr. σμῶ ‚reibe ab, wische ab‘ und σμῆμα ‚Salbe‘ vorliegt. Bei dieser Anbindung muss natürlich von einer Übertragung einer Grundbedeutung  ‚(Wund)Salbe‘ auf die beschmierte Hautstelle ausgegangen werden. Eine solche (ebenso wie die s-lose Wz.) hat eine Parallele in das ebenfalls mit dieser Wz. zu verbindende lat. Wort macula f. ‚Fleck, Mal‘ (< *smh1‑tleh2‑). 

Für das Germ. wäre dabei von einem zu Grunde liegenden s-St. uridg. *[s]méh1-s- : [s]mh1-és- oder  *[s]méh1-os- : [s]mh1-s- auszugehen (oder von einer sonst nicht bezeugten Wz.-Erweiterung?), von dem sowohl urgerm. *mēsōn‑ als auch *mas- abgeleitet wären.

Jedenfalls sind andere Verknüpfungsvorschläge (an aksl. mozolь ‚Striemen, Schwiele‘, gr. μώλωψ ‚Striemen, blutunterlaufene Stelle‘, gr. μῶμος ‚Tadel, Vorwurf, Schandfleck‘ oder gr. ἄορ ‚Schwert‘) sämtlich semantisch bzw. lautlich unwahrscheinlich oder lautlich unmöglich.


Sonntag, 11. Mai 2014

Saterfriesische Etymologie

Da man über alle saterfriesischen Materialen dankbar ist: Gerade bin ich über eine (hoffentlich weiter wachsende) Seite gestolpert, in der saterfriesische Etymologien von Pyt Kramer bereitgestellt werden!
Link: Wier kumt dät Woud häär?